Beagle
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1. Herkunft und Geschichtliches
Die Hunderasse Beagle ist ein englischer Jagdhund, der speziell für die selbstständige Treibjagd auf Hasen und Füchse gezüchtet wurde. Man zählt ihn auch zu der Gruppe der Hounds. Damit sind die Hunderassen gemeint, deren Ursprung auf die Treibjagd allgemein zurückgeht. Zu dieser Gruppe gehören auch die Foxhounds, Bassets, Harrier, Bloodhound usw. Wie alle diese Hunderassen zeichnet er sich durch die herausragende Fähigkeit der Spurensuche aus. Beagle jagen hauptsächlich in der Meute und werden, im Gegensatz zu den Foxhounds, zu Fuß begleitet. Daher wurde er auch als der Treibhund der armen Leute bezeichnet, was aber so nicht ganz stimmt. Selbst die englische Königin Victoria besaß mehrere Beagle-Meuten. Den Ursprung dieser Hunderassen vermutet man in Frankreich im Bereich der Normandie. Von dort aus soll er nach England gelangt und dann erst zu den verschiedenen Hunderassen der Hounds ausgebaut worden sein. Erstmal erwähnt wurde der Begriff Beagle bereits im 16. Jahrhundert. Damals wurde der Begriff beagling als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt. Als wirklich eigenständige Hunderasse existiert der Beagle erst seit dem Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts.
2. Wesen und Aussehen
Beagles sind fröhliche, relativ anspruchslose und sehr gutmütige Hunde. Diese Eigenschaften bedingen ihre oftmalige Verwendung als Versuchstiere. Als Meutehunde sind sie ausgesprochene Rudeltiere und benötigen die Gesellschaft anderer Hunde. Sie sind entweder zweifarbig braun/weiß ("tan and white") oder dreifarbig schwarz/braun/weiß ("tricoloured"). Reinrassige Beagles haben eine weiße Schwanzspitze.
Bekanntester Beagle ist die von Charles M. Schulz erfundene Comic-Figur Snoopy, die zu den Peanuts gehört. Ein weiterer bekannter Beagle ist Porthos, der Hund von Captain Archer in der TV-Serie "Star Trek Enterprise".
3. Der Beagle als Familienhund?
Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich einen Beagle anzuschaffen, weil diese Hunde fröhlich, hübsch anzusehen und nicht aggressiv sind, sei gewarnt! Ein Beagle ist eigentlich kein Hund für jemanden, der keine Erfahrung mit Hunden hat. Man darf eines nicht übersehen: Diese Hunderasse wurde jahrhundertelang nur auf die Jagd in der Meute gezüchtet. Jeder Beagle, der nicht optimal der Spurensuche und Treibjagd nachging, aber auch solche, die Aggressionen innerhalb der Meute zeigten, wurde gnadenlos aussortiert. Daher stammen auch seine besonderen Fähigkeiten und sein Äußeres. Der Beagle war ursprünglich ein Funktionshund und bis ins 20. Jahrhundert jedenfalls nicht als Familienhund gezüchtet. Dieses Erbe trägt diese Hunderasse heute noch in sich. Man braucht Erfahrung, eine feste Hand, sehr viel Geduld und viel Liebe bei der Aufzucht eines Beagles, ansonsten kann sich der Hund auch schnell zum Katastrophen-Hund entwickeln. Verfressenheit und der gnadenlose Hang zur Jagd bestimmen heute noch sein Wesen. Ein Lied, das beinahe alle Beagle-Besitzer singen können. Es gibt nur wenige Beagle, mit denen man ohne Leine im Wald oder auf den Wiesen spazieren gehen kann. Das Risiko, dass ein Beagle plötzlich eine Spur aufnimmt und dieser dann selbstständig nachgeht, ist immer gegeben. Da hilft dann meistens auch kein Rufen und Schreien mehr.
4. Jagdlicher Einsatz
Der Beagle wird in Deutschland selten jagdlich geführt. Die gesetzlichen Bestimmungen über die mindest erforderliche Reviergröße von 1000ha für die Brackenjagd schränken die Möglichkeiten stark ein. Doch ist der Beagle einmal ans Brackieren herangeführt, so ist er ein Meister der Beharrlichkeit im spurlauten Jagen des Hasen. Schnell hat er mit dem Jäger gelernt, den Hasen am Pass zu stellen. Ist die Jagd einmal begonnen, ist es nahezu unmöglich den Hund abzurufen. Der ausgeprägte Jagdtrieb lässt nur zwei Möglichkeiten die Jagd zu beenden: durch Beutemachen oder aufgrund Ermattung.
Sein starker Wille zum Stück zu finden macht ihn auf der Schweissfährte etwas ungestüm. Doch bei regelmäßigem Training bleibt er auch auf der 40 Stunden alten Schweissfährte beharrlich.
Der Beagle ist kein Apportierhund. Ein ausgewachsener Hase ist zu schwer für ihn. Doch sein Drang nach Beschäftigung vor allem für die Nase macht ihm insbesondere die Arbeit auf der Schleppe zur Freude. Dafür trägt er ein Kanin auch über weite Strecken dem Jäger zu. Der Hund ist wasserfreudig und auch an Federwild heranzuführen. Der Beagle ist durchaus Kandidat für die Brauchbarkeitsprüfung und die Schweissprüfung.
5. Literatur
Der Beagle. Praktische Ratschläge für Haltung, Pflege und Erziehung
Quelle: Sonderband Wikipedia 2005/2006
