Dalmatiner
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1. Typ
Früher zogen diese Hunde kleine Kutschen oder waren Begleiter von Pferdekutschen, bewachten Haus und Hof und wurden auch als Rattenfänger eingesetzt. Man konnte sie auch als Schäferhunde, Apportierhunde, Vogelfänger und in Rudeln als Hirsch- oder Wildschweinjäger ausbilden. Legendär ist ihr Ruf als "FireDogs" bei den amerikanischen Feuerwehren. Sie dienten hier als Wach- und Begleithunde. Heute sind sie hauptsächlich Familienhunde.
2. Kurzbeschreibung
Der Dalmatiner ist ein gut proportionierter, getupfter, kräftiger, lebhafter Hund
• Ohren :sie sind eher hoch angesetzt, von mittlerer Größe und ziemlich breit am Ansatz, anliegend getragen
• Haar: kurz, hart, dicht, glatt und glänzend
• Farbe: weiß mit schwarzen bzw. braunen fest umrissenen Tupfern
3. Wesen
Dalmatiner zeigen im Allgemeinen ein äußerst freundliches Wesen. Ihrem Halter gegenüber sind sie sehr anhänglich und beweisen bei der Integration in das Familienleben eine große Anpassungsfähigkeit. Im täglichen Umgang erweisen sie sich als neugierig, ausgeglichen und offen, nur Fremden gegenüber sind sie manchmal etwas zurückhaltend. Sie bestechen durch Ausgeglichenheit und ein kinderfreundliches Wesen, wenngleich sie für Kleinkinder manchmal zu überschwänglich sind. Erziehungsübungen meistern sie fast immer mit Bravour, sie sind intelligente und aufgeweckte Hunde.
4. Aussehen
Typisch für den Dalmatiner sind seine schwarzen oder leberbraunfarbenen Flecken auf rein weißem Untergrund. Die Flecken sollten nicht ineinander laufen, sondern deutlich abgegrenzt und zwischen 2-4 cm groß sein. Sein Fell ist immer kurz, hart, dicht und glänzend. Die Welpen kommen ohne Tupfen zur Welt und es zeigt sich erst mit 10-14 Tagen, wie sie getupft sein werden. Sein ausgeglichener Körper besitzt einen starken Rücken, mit einer gleichmäßigen geraden Rückenlinie. Der Dalmatiner hat muskulöse Schultern, einen langen, aber nicht allzu breiten Brustkorb und einen eleganten Hals. Seine Augen sind rund und sollten bei Exemplaren mit schwarzen Flecken dunkelbraun sein. Leberbraunfarbene sollten bernsteinfarbene Augen besitzen. Blaue Augen sind Zuchtausschliessende Fehler. Seine Hängeohren sind mäßig groß, hoch angesetzt und liegen dicht am Kopf an. Die Rute ist sichelförmig. Sie ist lang, nach und nach schmaler werdend und reicht bis zu den Sprunggelenken.
Zu beachten ist, dass die vorherrschende Farbe weiß in manchen Fällen mit Taubheit einhergeht. Besonders groß ist die Gefahr bei blauäugigen Dalmatinern. Dieser Genfehler ist übrigens nicht nur bei Hunden vorhanden (bei Hunden in über 40 Rassen fällt die Taubheit auf. U.a. bei den Rassen, welche genetisch weiß sind) sondern bei allen genetisch weißen Tieren. Zur Rasseprüfung gehört dementsprechend auch die Untersuchung auf Taubheit (AEP). Mit tauben oder einseitig hörenden Hunden darf selbstverständlich nicht gezüchtet werden.
5. Pflege
Täglich bürsten erleichtert es, die ausfallenden Haare unter Kontrolle zu halten, denn vor allem während des Fellwechsels verliert der Hund ziemlich viele Haare.
6. Bewegung
Der Dalmatiner wurde auf Ausdauer gezüchtet und es ist daher nicht verwunderlich, dass er einiges an Auslauf nötig hat. Er kann sich zwar anpassen, aber man tut dem Hund nichts Gutes, wenn man ihn zum Sofahund erzieht. Ob neben dem Fahrrad laufen, schwimmen, apportieren, spielen oder einfach nur in Feld und Wald drauflos laufen, diesem Hund macht eigentlich alles Spaß. Auch für kleine Kunststückchen oder Hundesportarten ist er zu begeistern.
7. Die Rasse der Dalmatiner
Die Dalmatiner sind eine alte Rasse. Der Dalmatiner trug verschiedene Namen, die alle in irgendeiner Form landschaftsbezogen waren. Daran kann man den Weg der Rasse vermutlich von Indien über Ägypten - Griechenland - Italien - Spanien und Frankreich nach England verfolgen. Nachweislich waren sie schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Mittel- und Südeuropa bekannt, wie man an Hand von Gemälden aus dieser Zeit nachweisen kann. Ein frühes Bild, um 1650 entstanden, zeigt eine Gruppe von Teilnehmern des Friedenskongresses zu Münster, mit einem Dalmatiner im Vordergrund. Man kann sich auch neben manch anderem italienischen Meistern bei dem Jagdmaler Castiglione ( 1716 in Genua) bedanken, dass er einen Jägerknaben mit zwei schwarzgefleckten Hunden malte, bei denen jeder Kynologe überzeugt ist, dass er in ihnen Vorfahren reinsten Blutes des heutigen Dalmatiners sieht.
Besonderer Beliebtheit erfreute er sich in England, wo sein Bild auch auf Wappenschildern Verwendung fand: auf Helmbusch oder Schild, sitzend, stehend oder als Kopfbild, weiß mit schwarzen Flecken oder schwarz mit weißen Flecken.
In England machte man den Dalmatiner auch erstmalig zum Wagenhund. In unsicheren Zeiten pflegten die Reichen ihren Kutschen livrierte Diener voranzuschicken, die vor den Pferden herliefen, um durch Zurufe Platz zu schaffen und vor etwaiger Gefahr zu warnen. Im Laufe der Zeit wurden die Diener durch Hunde ersetzt, und man wählte Dalmatiner, die sich durch Lauffreudigkeit und Ausdauer auszeichneten, gute Wächter für Pferd und Wagen waren und durch ihr schmuckes Haarkleid den prächtigen Rahmen für die Equipagen abgaben. Zunächst liefen die Dalmatiner den Pferden voraus. Später wurden sie trainiert, zwischen den Hinterrädern zu laufen oder unter dem Wagen gleich hinter den Pferden.
Das Ende der Postkutschenzeit bedeutete auch fast das Ende für die Dalmatiner. Sie waren auf einmal nicht mehr gefragt und die Zucht ging stark zurück. Erst in neuerer Zeit erlebten sie als Haushunde und Wächter wieder einen Aufschwung und einen Höhepunkt der zahlenmäßigen Verbreitung in den siebziger Jahren. Geblieben ist ihre Liebe zu Pferden. So mancher Pferdefreund hält sich heute einen Dalmatiner als treuen Begleiter.
Quelle: Sonderband Wikipedia 2005/2006
