Deutsche Dogge
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1. Aussehen
Die Hunderasse Deutsche Dogge ist eine der größten Hunderassen; der FCI gibt eine Mindstgröße von 80 cm an. Ihr Körperbau ist trotz des enormen Gewichts von 80kg kräftig-elegant, möglichst quadratisch gebaut. Auf langem, kräftigem Hals sitzt ein langer, gut modellierter Kopf mit ausgeprägtem Stirnabsatz (auch Stop genannt) und von der Seite eckig erscheinender Schnauzenpartie. Die Ohren sind hoch angesetzt. Das Haar ist kurz, anliegend und glänzend.
Die Deutsche Dogge ist gelbfarbig, gelb mit schwarzen Querstreifen (Tigerdogge), schwarz, blau oder gefleckt. Die gefleckten oder Harlekindogge/Diamantendogge haben auf weißer Grundfarbe schwarze, unregelmäßig zerrissen aussehende Flecken, gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt. Sie sind nicht leicht zu züchten, denn ideal gezeichnete Tiere sind nicht reinerbig (Amseldoggen); nur 10% der Jungen sind gut gefleckt. Nicht zur Zucht verwendet, jedoch häufig anzutreffen sind auch Grautiger, die aus der Geflecktzucht stammen. Die graue Grundfarbe ersetzt die in der Gefleckzucht gewünschte weiße Grundfarbe. Diese "Fehlfarben" sind keine genetischen Fehler oder Zuchtfehler als solche sondern natürliche, jedoch zur Zucht in Deutschland nicht zugelassene Farben. Als Fehlfarbe gelten auch gelbe Doggen mit weißen Flecken, Porzellantiger und Grautiger. Blaue Doggen mit kleinem weißen Brustfleck und weißen Fußspitzen sind zu tolerieren. Fast weiße Doggen trifft man immer öfter an. Hier muss zwischen Plattenhunden oder spärlich gefleckten bis weißen Doggen unterschieden werden. Sehr helle Doggen sind oft taub.
2. Herkunft und Geschichtliches
Schon vor über 4000 Jahren besaßen die Assyrer große, schwerfällige, stumpfschnauzige, kurz behaarte Kampfhunde, die als Stammeltern der Deutschen Dogge sowie der Englischen Bulldogge, des Mastiffs und der Bordeauxdogge angesehen werden können. Dass diese assyrischen Hunde von der langhaarigen, sonst aber sehr ähnlichen, noch heute lebenden Tibet- Dogge abstammen, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich waren es die Kelten, die die Doggen-Urahnen nach England und Irland brachten. Im 2. Jahrhundert kämpften diese "breitmäuligen Hunde Britanniens" in römischen Zirkuskämpfen die bis dahin als unschlagbar bezeichneten Hunde von Molossis nieder.
Lückenlos und klar lässt sich die Geschichte der Deutschen Dogge vom Anfang des 16. Jahrhunderts an verfolgen. Damals wurden von England her starke, hochläufige Doggen eingeführt, die aus Kreuzungen des breiten Mastiffs mit dem großen irischen Wolfshund, stammten. Obwohl man seit Anfang des 17. Jahrhunderts ihre Zucht in Deutschland selbständig betrieb, hielt sich der Name "Englischer Hund" bis ins 19. Jahrhundert hinein.
Als Bären-, Eber- und Hirschhunde wurden sie an Fürstenhöfen gehalten, wo die schönsten und stärksten als Kammerhunde mit vergoldetem Halsband neben dem Bett des Herrn, die Leibhunde mit silbernem Halsband vor der Tür des Schlafgemachs bleiben durften. Die übrige Meute hatte sich mit einfachen eisenbeschlagenen Halsbändern zu bescheiden. Alle aber waren zur Jagd gehaltene Gebrauchshunde, die den Kampftrieb und die Kraft des Mastiffs mit der Schnelligkeit und Gewandtheit des Windhundes verbanden und neben Wildschwein und Bär schnelle Hirsche zur Strecke brachten. Auch das gefährliche, starke Wild wurde damals ohne Gewehr, nur mit den Hunden und der blanken Waffe, gejagt. Die Namen "Saupacker" und "Hatzrüden" stammten von dieser Zeit.
Zu ihrem eigenen Schutz trugen die Doggen Panzer aus dickgefüttertem Stoff, die mit Fischbeinstäben an der Bauchseite verstärkt waren. Um die Ohren vor Verletzungen zu bewahren, wurden sie den Hunden kurz gestutzt.
Als die Jagdbräuche sich änderten und die Hetzjagden aufhörten, wurde die Dogge zum begehrten Liebhaberhund. Neue Namen, wie Ulmer Dogge, Dänische Dogge (englisch: Great Dane; französisch: Grand Danois), wurden gebräuchlich. Als schließlich 1863 und 1869 auf den ersten Hundeausstellungen in Hamburg die verschiedenen Doggen verglichen wurden, merkte man, dass sie alle zu einer einzigen Rasse gehörten. Als "Deutsche Dogge" wurden sie zum erstenmal 1878 in Berlin ausgestellt. Hier wurde auch ihre genaue Rassebeschreibung festgelegt, und 1888 wurde der Deutsche Doggenklub als einer der ersten Hundeklubs gegründet. Auch alle verschiedenen Namen wurden in den einzigen "Deutsche Dogge" zusammengefasst. Die Dogge wurde so bekannt und beliebt, dass auf jeder Ausstellung über hundert Tiere gezeigt wurden.
3. Krankheiten
Besonders auf Grund ihrer Größe neigen Doggen zu bestimmten rassespezifischen Erkrankungen. Dazu gehören vor allem die Hüftgelenksdysplasie sowie die Magendrehung. Im Jugendalter sollte man zusätzlich auf die Gefahr degenerativer Knochenerkrankungen hinweisen, die nur durch hochqualitative Fütterung vermindert werden kann. Besonders gilt es dabei auf ein passendes Kalzium-Phosphor-Verhältnis zu achten, das in etwa 2:1 betragen sollte.
Durch Züchtungsfehler können ebenfalls bestimmte Krankheiten bei den Hunden ausgelöst werden. So führt beispielsweise eine übermäßige Belefzung, die durch gezielte Züchtung entsteht, häufig zu einer Bindehautentzündung. Weiterhin neigen viele Doggen dazu, sich den empfindlichen Schwanz an Gegenständen oder gar an sich selbst aufzuschlagen. Der Grund für diesen anatomischen Fehler, ist in der jahrelangen Nichtbeachtung des Schwanzes bei der Züchtung zu suchen, die aus der früheren Kupierung des Schwanzes im Welpenalter folgte. Die daraus resultierenden Verletzungen erzwingen manchmal sogar eine Amputation des Schwanzes.
Auch sonst erweisen sich Doggen als relativ krankheitsanfällig, was ihnen nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von 8 bis 9 Jahren beschert. Verschiedene krebsartige Erkrankungen, Herzerschlaffung und ähnliche sind sympthomatisch für die alternde Dogge.
Quelle: Sonderband Wikipedia 2005/2006
