Puli
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1. Geschichte
Der Puli gehört zu den ungarischen Hirtenhunden und hat ein sehr markantes Fell. Bei Ausgrabungen in Mesopotamien hat man bis zu 4000 Jahre alte Amulette mit Abbildern gefunden, die dem Puli sehr ähnlich sehen. Damit gehört die Rasse zu den ältesten bekannten Rassen. Besonders verbreitet hat sich der Puli in Ungarn, wo auch die Ahnen der heutigen Pulis gezüchtet und als Hütehunde gehalten wurden. Ein ungarisches Sprichwort lautet: "Der Puli ist kein Hund, er ist ein Puli".
2. Aussehen
Das Fell ist Rassemerkmal und Kennzeichen des Puli. Es besteht aus dicken Schnüren (ähnlich wie Dreadlocks), die nach dem Ablegen des Welpenfells (die Welpen haben ein flauschiges Fell) verfilzen und das längere, härtere, krause Deckhaar erzeugen. Die Schnüre können bis zum Boden herabhängen und entstehen durch jahrelang dauernde Verfilzung. Die Schnüre sind fest und schwer und die Ausformung dauert um die zwei bis drei Jahre. Das Fell schützt ihn sowohl vor Kälte als auch vor angreifenden Feinden. Es wird nicht ausgetauscht und wächst nur langsam nach. Die wenigen ausfallenden Fellplanken können einfach aufgehoben und entsorgt werden. Schlappohren, dunkle, mandelförmige Augen und eine schwarze Nase sind Bedingung. Seine ebenfalls dichtbehaarte Rute hebt sich vom Hinterleib ab und ist an der Spitze leicht nach oben gebogen.
3. Wesen
Selbstständig und dominant, wachsam, mutig, sozial, sehr treu und anhänglich, ausgeglichen, ruhig, willensstark, intelligent, hart arbeitend, verteidigt entschlossen sein Territorium und ist misstrauisch Fremden gegenüber. Aber auch beweglich, schnell, lernbegierig und ausdauernd. Dieses ihnen angezüchtete Verhalten zeichnet sie als exzellente Hütehunde aus. Der Puli hat eine für Hunde dieser Größe übliche hohe Lebenserwartung von ca. 14 Jahren. Es gibt auch Berichte von Pulis, die 18 Jahre und älter wurden.
4. Pflege
Dieser Hund wird niemals gekämmt oder gebürstet, damit sich die typischen Schnüren ausbilden können. Allerdings ist beim heranwachsenden Puli eine ausdauernde Pflege der sich bildenden Fell-Planken nötig. Das "Zotten" (Auseinanderziehen der Haarspitzen) ist nötig, damit sich nicht das gesamte Deckfell zu einer Planke verfilzt. Nach dem Auswachsen reicht es, ab und zu "nachzuzotten". Auf Grund der Eigenarten seines Fells wird der Puli nur selten gewaschen. Es ist zu bedenken, dass das Trocknen mehrere Tage dauert. Wenn sich kein Kot im Fell verfängt und der Hund keinen Durchfall hat, reicht es daher, den Hund einmal im Quartal nur mit klarem Wasser zu waschen (Nicht im Winter, da sonst bei Spaziergängen die nassen Fellplatten einfrieren und dem Hund starke Schmerzen zufügen können).
5. Bewegung
Seine Verhaltensweisen sind dem Puli in die Gene gelegt und daher sollte er nicht in kleinen Wohnungen oder gar Zwingern gehalten werden. Dafür ist der Puli auch ein sehr treuer Begleiter, der seine Familie und deren Grundstück mit größter Aufmerksamkeit bewacht und alles für sie tut. Der Puli ist sehr umgänglich, wird er aber mit Fremden auf dem Grundstück der Besitzer (also seiner Herde) allein gelassen, ist er diesen gegenüber wachsam und scheu. Ihm fremde Personen sollten ihm daher erst "vorgestellt" werden und als Freunde der Familie beigebracht werden.
6. Verwandte Rassen
Der Puli ist mit den anderen Ungarischen Hirtenhunden Mudi, Pumi und Komondor eng verwandt. Aber auch die genetische Verwandtschaft zum Tibet-Terrier ist bewiesen.
Quelle: Sonderband Wikipedia 2005/2006
