Siam
|
||||||||||||||||||
Siamkatzen, auch Siamesen genannt, gehören zu den Rassekatzen. Die Rasse kommt wahrscheinlich ursprünglich aus dem heutigen Thailand, das damals noch Siam hieß, und stammt möglicherweise von der Bengalkatze oder der Nubischen Katze ab. Die ersten Siamkatzen gelangten Ende des 19. Jahrhunderts als Mitbringsel von Siam nach Großbritannien.
Es handelt sich um schlanke, hochbeinige und elegante Katzen mit langgestrecktem und geschmeidigem Körper, die in die Gruppe der Teilalbinos gehören. Daher sind die Points, also die Ohren, Gesichtsmaske, Füße und der Schwanz in der jeweiligen Farbe gefärbt, die Augen, ihr Markenzeichen schlechthin sind immer blau. Weitere Merkmale sind der lange röhrenförmige Rumpf und ein langer Schwanz. Der Kopf sollte im Grössenverhältnis zum Körper stehen. Siamkatzen sollen schlank, jedoch niemals knochig wirken. Durch Veränderungen und gezielte Zucht unterscheidet sich die Siamkatzen heute deutlich von Ihrer Halbschwester, der Thaikatze. Diese wird oft für eine Siamkatze gehalten oder als Siamkatze alten Typs bezeichnet. Es handelt sich dabei jedoch um eine inzwischen eigenständige Rasse, welche aus einer etwas anderen Philosophie dessen entstand, wie eine Siamkatze aussehen sollte. Somit ist der Ursprung beider Katzen der selbe, die Auffassung des Aussehens jedoch eine sehr unterschiedliche. Im Gegensatz zur Siamkatze wirkt die Thaikatze weniger schlank und der Kopf ist rundlicher.
Fest steht, dass Siamesen schon immer zum Schlankformtyp der Katzenwelt zählten. Dies geht eindeutig aus den Archiven der Siamese Cat Society of America (USA) und The Siamese Cat Association (England) hervor. Auch auf einem Stich der 1895 von B. Dittrich erstellt wurde ist eine siamesische Katze im Dresdner Zoologischen Garten abgebildet.
1. Wesen
Kauft man sich eine Siamkatze, ist es empfehlenswert, viel Erfahrung mit Hauskatzen zu haben, weil Siamesen zum einen hochsensibel und intelligent sind, zum anderen einen eigenwilligen, dominanten Charakter haben. Siamkatzen sind sehr neugierig, aktiv, temperamentvoll und "redselig". Sie haben eine besonders laute Stimme. Bis zu ihren zweiten Lebensjahr haben Katzen ihre Welpenmanieren.
Im Gegensatz zur Hauskatze sind Siamkatzen sehr anhänglich, weshalb sie auch mit Recht als "Hundskatzen" bezeichnet werden. Nicht jeder Katzenliebhaber kann mit dem Wesen der Siamkatzen umgehen. Solche Leute sollten sich von vornherein niemals eine Siamkatze zulegen, sondern sich stattdessen nach einer anderen Katze umsehen.
2. Pflege
Aufgrund ihres sehr kurzen Fells sind Siamkatzen sehr Pflegeleicht. Außer einem Streicheln mit der feuchten Hand, wöchentlichem Bürsten mit einer Babybürste brauchen Siamkatzen keine spezielle Fellpflege, um die abgestorbenen Haare zu entfernen. Besonders gut sind Hefetabletten oder auch Taurin (als Nahrungszusatz) für ein schönes weiches, seidiges Fell.
3. Farben
Alle Siamesen werden weiß geboren. Ihre eigentliche Farbe entwickelt sich später, wobei typischerweise die kälteren Körperpartien (Maske, Ohren, Schwanz und Beine) eine deutlich dunklere Färbung als der Rest des Körpers annehmen (Abzeichen oder Points). Bei kühleren Temperaturen dunkelt das Fell stärker nach als bei Haltung im Wärmeren.
Nach dem Buch "Kennst du diese Katzen" vom "Otto Maier Verlag Ravensburg" ist die Siam Seal-Point mit ihrem cremefarbenen Fell die als erste als Rasse genehmigte Siamkatze und zugleich die wohl verbreitetste und bekannteste.
Außerdem gibt es noch die Siam Chocolate-Point, Siam Blue-Point, Siam Lilac-Point, Siam Red-Point, Siam Cream-Point, Siam Tortie-Point und Siam Tabby-Point, die sich in der Farbe der Abzeichen bzw. in der Art der Zeichnung (zum Beispiel Streifen) unterscheiden.
Foreign-White Kater (Arhantin Carpathy of Manalishi, Foto: P. Lerch)
Eine Besonderheit sind weiße Siamkatzen, diese sind nicht zwingend durch die genetisch bedingte Taubheit bedroht, wie das bei weißen Exemplaren anderer Rassen der Fall ist.
4. Krankheiten und Erbfehler
• Sternum (Brustkorbfortsatz wie ein Dorn am Bauch)
• Missbildung des Brustkorbs (Froschsyndrom)
• Kardiomyopathie (Herzfehler)
• Wolfsrachen (Gaumenspalte)
• Offene Bäuche und Nabelbrüche
• Missbildungen von Gliedmassen
• Eingerollte Augenlider und Nickhautvorfall (Enophtalmus)
• Nervöse Störungen wie Schreckhaftigkeit, Angst, übersteigerte Aggressivität, Haarzupfen
• Leber- und Darmkrebs
• Angeborenes Nierenleiden, vor allem bei Katern.
• Amyolydose, führt zu Nieren- und Lebererkrankungen
Diese Mängel sollten sich nicht in Zuchten verantwortungsvoller Züchter finden.
Weitere Fehler sind bei Siamkatzen das Schielen sowie der berühmte Knick im Schwanz. Der Legende nach konnten so die Prinzessinnen von Siam beim Baden ihre Ringe auf die Schwänze der Katzen hängen. Diese Fehler sind jedoch durch eine geeignete Auswahl vom Züchter zu vermeiden.
Quelle: Sonderband Wikipedia 2005/2006
